Honda CB 50

Vorderradbremszug pflegen (siehe: Das Motorrad 12/1977)

Der Seilzug der vorderen Scheibenbremse muss regelmäßig geölt werden.

Der Faltenbelag wird zurückgeschoben, die Kontermutter der Einstellschraube gelöst, die die stellschraube eingedreht und der Zug am handhebel ausgehängt. In denSpalt zwischen Zug und Hülle werden dann Öl auch in Sprayform gebracht. Dann bewegt man den Zug in der Hülle auf und ab. Diesen Vorgang wiederholt man einige Mal. Beim Zusammenbau darauf achten, dass das die Bremsbeläge nicht schleifen.

 

Antriebskette einstellen (siehe: Das Motorrad 12/1977)

Moped auf dem Hauptständer stellen, das Hinterrad muss sich frei drehen. Das Kettenspiel soll 10 - 20 mm am unteren Kettenteil nach oben und unten betragen.

Hängt die Kette mehr als erforderlich durch, wird zuerst der Splint aus der Steckachse gezogen und die Achsmutter gelöst. Dazu kann man das Bordwerkzeug benutzen. Die Einstellmuttern an jedem Kettenspanner werden dann um jeweils den gleichen Betrag eingedreht, bis die Kette richtig gespannt ist. Die auf dem Kettenspanner eingeschlagene Markierung muss dann mit den Markierungen am Schwingenende auf jeder Seite gleich übereinstimmen. Anschließend das Hinterrad nach vorne drücken und Achsmutter festziehen. Darauf achten, das man den Splint einstecken kann. Hier bietet sich ein Federsplint ein, den man wiederverwenden kann.

Scheibenbremse

 Scheibenbremsen werden normalerweise hydraulisch betätigt. Die Honda CB 50J kommt ohne Hydraulik aus. Dazu ist aber eine ausgefeilte Mechanik erforderlich.  Eine Wartungsanweisung findet sich in "Das Motorrad" 14/1977 S. 52f.

 

Polrad entfernen

 

Wenn zum Beispiel der Kondensator oder die Kontakte getauscht werden müssen, ist das Polrad zu entfernen. Hier dazu die Anleitung:

 

1. Seitendeckel entfernen, dazu die Kreuzschrauben lösen. Am besten, man nimmt einen Schlagschrauber, damit man die Schrauben nicht "vermurkst". Besser ist es, auf Imbus zu wechseln.

 

Ein Schlagschrauber ist für wenige Euro im Baumarkt erhältlich.

 

2. Polradschraube mit 17er Nuss entfernen. Achtung: keinen Ringschlüssel oder Maulschlüssel benutzen, es besteht die Gefahr, dass die Schraube beschädigt wird.  Damit sich das Polrad nicht dreht, ist es sinnvoll, einen "Festhalter" zu benutzen. Den habe ich mir selber gebaut. Ich habe ein altes Rundeisen genommen, es mit einem Flex und Hammer bearbeitet. Zuletzt habe ich das Ganze zusammengeschweißt. Hat etwa eine Stunde gedauert. Mit diesem Werkzeug kann man das Polrad fixieren und die Schraube lösen.

 

3. Polradabzieher einsetzen. Der Polradabzieher ist im Zubehörhandel und im Internet für etwa 10 EUR zu erwerben: Linksgewinde, 27 mm x 1 (Steigung). Den Abzieher entgegen dem Uhrzeigersinn eindrehen und mit Maulschlüssel oder wie hier mit einem Engländer fixieren. Mit 17er Ringschlüssel Schraube eindrehen und Polrad lösen. Das Polrad vorsichtig abnehmen

 

3. Das Foto zeigt das Polrad. Hinter der Abdeckung befindet sich die bewegliche Zündverstellung. Sie bewirkt, dass durch die Fliehkraft sich die Zündung bei höheren Drehzahlen so verändert, dass die Drehzahl des Motors begrenzt wird. Diese Drosselung darf auf keinen Fall verändert werden, dann erlischt die Betriebserlaubnis und damit der Versicherungsschutz.

 

 

4. Hier sehen wir das Innere der Zündung und der Ladung. Die beiden Spulen sorgen für Wechselstrom, der durch einen Gleichrichter in 6V Gleichstrom verändert wird. Ein Regler sorgt  dafür, dass die Spannung "abgeregelt" wird.

Weiter kommen die Kontakte zum Vorschein, sie sorgen dafür, dass der Zündfunke im richtigen Moment überspringt. Der Abstand muss etwa 0,3 - 0,4 mm betragen. Die Kontaktflächen sind beschichtet, also nur im Notfall abschmirgeln. Defekte Kontakte sind zu ersetzen. Links sehen wir den Kondensator. Das ist eine Art "Speicher", der den Strom der Zündspule speichert. Er sorgt u.a. dafür, dass an den Kontakten keine übermäßig große Funken entstehen. Falls der Kondensator defekt ist, muss dieser auch ersetzt werden, denn sonst werden auch die Kontakte zerstört. Verbrannte Kontakte deuten auf einen defekten Kondensator hin.

  

Der Zusammenbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Auf der Kurbelwelle befindet sich eine Einkerbung mit einem losen halbrunden Metalstück. Beim Einbau darauf achten, das dieser nicht verloren geht. Er sorgt dafür, das das Polrad  nur in dieser Position eingesetzt werden kann.

 

Kontakte tauschen und Zündung einstellen

Nachstehend beschreibe ich, wie man die Kontakte tauscht und die Zündung einstellt. Zunächst einmal wird das Polrad entfernt. Anschließend Halteschraube der Kontakte entfernen und Schraube des Kabels lösen, Kabel kann dann herausgezogen werden. Die neuen Kontakte werden eingesetzt und in Mittelstellung positioniert. Um den Zündzeitpunkt einzustellen, habe ich eine Leitung verlegt, die zu einer 4,5 V Batterie führt (Pluspol). Am Minuspol habe ich eine Prüflampe angeklemmt. Anschließend Polrad aufsetzen.

 

 

Hier ist die provisorisch gelegte Leitung (gelb) gut zu erkennen. Darunter liegt isoliert die originale Zuleitung.

 

Nun beginnt eine Fleißarbeit. Die Lampe muss genau bei der Markiertung F aufleuchten. Dazu immer wieder die Halteschraube der Kontakte etwas lösen und mit einem Schraubenzieher die Kontakte mit viel Gefühl und Geduld bewegen. Das hat bei mir doch eine lange Zeit gedauert, bis die Zündung genau stimmt. Anschließend das Polrad entfernen und die gelegte Zuleitung. An den Kontakten das originale Kabel anbauen. Achtung: auf die Isolierung achten, erst die Isolierung, dann Kabelschuh, dann Ring, zuletzt die Mutter. Nun das Polrad aufbauen. Der Motor dankt einem die genaue Zündung mit einem wunderbar runden Lauf gerade in niedrigen Drehzahlen.

 

 

Vorsichtig und mit viel Gefühl werden die Kontakte eingestellt. Nicht ungeduldig werden!

 

Rahmen neu lackieren

Schon Ende November 2010 gibt es Frost, Kälte, Salz und Schnee. Hondafahren wird zur Qual. Gute Zeit, sich mit dem Moped zu beschäftigen.

Der Rahmen könnte überarbeitet werden. 

Die CB 50 wird säuberlich und sorgfältig seziert. Damit beim Zusammenbau alles klappt, habe ich immer eine Digikamera dabei und mache stets Fotos und noch mal Fotos, damit auch jede Unterlegscheibe wieder richtig positioniert werden kann. Die Teile werden sorgfältig abgelegt und gereinigt. Der Rahmen und die Anbauteile könnte ich nun zum Sandstrahlen bringen, aber man kann die Farbe auch so entfernen:

Es geht auch ohne Sandstrahlen und wesentlich kostengünstiger.

 

Ich besorge mir aus dem Baumarkt einige Stahlbürsten als Aufsätze für die Bohrmaschine. Und schon geht's los. Die Farbe fliegt ohne Probleme ab! Die Japaner haben nicht grundiert und nur eine ganz dünne Farbschicht schützt den Rahmen! Kein Wunder, dass sich doch hier und da Rost findet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Die Farbschicht ist entfernt.

 

Bei der Gelegenheit prüfe ich das Metall ganz genau. Die Fahrgestellnummer wird mit einem spitzen Gegenstand ausgekratzt. Der Ständer wird oben neu verschweißt. Außerdem befinden sich an manchen Stellen Schweißpickel und scharfe Kannten. Mit der Feile arbeite ich hier nach. Nun werden noch die Lager für Federbeine, das Typenschild, das Lenkradschloss usw. sorgfältig abgeklebt. Und: was ganz wichtig ist: Die Massepunkte! Jetzt kann ich die Teile guten Gewissens zum Lackierer bringen. Ich freue mich schon, wenn die Sachen zurückkommen und ich alles zusammenbauen kann!

 

 

 Der Rahmen ist frisch grundiert und lackiert zurück. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Nun muss alles wieder zusammengebaut werden. Auf dem Laptop habe ich die Bilder von der Demontage gespeichert. So findet jede Schraube wieder seinen Platz.

 

Etwas schwierig gestaltet sich die Montage des Lenkkopflagers. Darum werde ich dies hier kurz beschreiben.

Damit die Kugeln - es sind insgesamt 21 Stück für oben und unten - nicht herausfallen, habe ich als Kabelband genommen und um die äußere untere Lagerschale fixiert. Nun trage ich Fett ein, anschließend die Kugeln.

 

 

Dann entferne ich das Kabelband (einfach durchkneifen) und die Kugeln sind fixiert. Jetzt passe ich vorsichtig das Lenkkopflager mit einem Helfer ein. Der Zusammenbau des oberen Lagers stellt kein Problem dar, weil die Kugeln nicht herausfallen können.

 

 Seitendeckel polieren

 Beide Seitendeckel meiner CB 50 waren unansehnlich. Ich habe mich entschlossen, sie mit einfachen Mitteln etwas aufzuarbeiten.

 

1. Nach der Demontage habe ich beide Deckel mit 320 er Schleifpapier abgeschliffen.

2. Anschließend mit 1500er Schleifpapier nacharbeiten.

 

 Auch mit einfachen Mitteln und wenig Geld lässt sich ein gutes Ergebnis erarbeiten.

 

 

Kondensator austauschen

Vorarbeiten: Polrad entfernen, Kondensator Kontakt mit Lötkolben lösen und Schraube lösen, Kondensator entfernen.

 

Neuen Kondensator einsetzen und festschrauben

Die drei Anschlüsse einsetzen und fixieren.

Lötfett aufbringen.

 

Kontakte verlöten.

Polrad einbauen und fertig!

 

 

Antriebskette austauschen

Die Lebensdauer der Antriebskette ist begrenzt. Besonders Regenfahrten, Winterbetrieb, mangelnde Pflege sind Faktoren, die den Verschleiß fördern.

Beim Austausch der Kette habe ich mich für eine O-Ring Version entschieden. Der Schmierstoff kann hier nicht ausgewaschen werden und Schmutz nicht eindringen. 

Ich beschreibe hier den Austausch.

 

1. Zunächst die neu erworbene Kette neben der alten halten, um zu prüfen, ob das Ersatzteil passt. 

2. Bei einer Endloskette beide Nieten abfeilen bzw. abflexen.

 

Die Hälfte der Arbeit ist getan.

Mit einem Dorn können die Bolzen nun leicht herausgeschlagen werden.

 

3. Neue Kette anpassen und überschüssiges Nietende wieder abfeilen und Kette entsprechend kürzen.

Anpassen der Kette

 

4. Kettenglied einfügen

 O-Ringe an beiden Seiten nicht vergessen (4 Stück insgesamt)

 

 5. Kettenschloss mit einer Zange aufdrücken.

Kontrolle, ob das Kettenschloss gut eingerastet ist.

 

 Geschlossenes Ende in Fahrtrichtung

 

6. Kette spannen und fertig!

 

 

 Zylinderkopf abbauen

Bei einem Zweitakter den Zylinderkopf abnehmen, das ist sehr leicht, da müssen nur vier Schrauben herausgedreht werden. Bei dem Honda- 4takter ist das schon etwas schwieriger. Aber keine Angst! Schaut Euch diese Anleitung an, dann könnt Ihr das auch selbst machen!

Vorarbeiten: Der Motor muss herausgebaut werden und gründlich gereinigt werden. Auch der Arbeitsplatz sollte sauber sein. Und dann kann es schon losgehen. Als Werkzeug braucht Ihr nur einen 10er und 13er Schlüssel.

So - ab geht's!

 

 

 Zylinderkopfdeckel abschrauben, zwei 10er - und komplett zur Seite legen.

 

 Blick in den geöffneten Zylinderkopf

 

 Nockenwellenkettenspanner lösen, dazu Fixierschraube unten am Zylinder herausschrauben.

Oben Fixierplatte mit 10er abbauen. Anschließend mit einer kleinen Zange Spannrolle vorsichtig drehend herausziehen.

Kontrolle: sind beide Dichtringe in Ordnung?

Beide Schrauben des Nockenwellen-Kettenrads herausdrehen.

Vier Muttern und eine Schraube (seitlich) des Zylinderkopfdeckels herausschrauben.

Block mit Ventilstößeln herausnehmen und zur Seite legen.

 

 Nun kann die Nockenwelle herausgenommen werden.

 Die Nockenwelle zur Seite legen.

 Nockenwellenkette abnehmen und Kettenrad ausbauen.

 Kette mit einem Band  versehen, damit sie nicht im Zylinder verschwindet. Außerdem wird die Montage erleichtert.

 Zylinderkopf kann nun nach oben abgezogen werden. Evtl. mit Gummihammer vorsichtig lösen.

Die Dichtflächen mit einem stumpfen Gegenstand sorgfältig reinigen. Reste der alten Dichtung müssen restlos entfernt werden - dazu etwas Zeit einplanen.

 

Vor dem Zusammenbau kontrollieren, ob die Führungsschiene  richtig montiert ist, so wie auf dem Foto.

 

Hier sieht man den Kettenspanner - Man beachte den Haken vorne - muss richtig einrasten.

Der Stift muss federnd nachgeben, dann ist alles in Ordnung.

 Diese Arbeit ist nicht näher beschrieben. Nun ist es möglich, die beiden Ventile herauszudrücken (hier mit unserem selbstgebauten Werkzeug).Bei der Gelegenheit ist es sinnvoll, neue Ventilschaftdichtungen einzubauen und dann...

die Ventile einschleifen - Diese Arbeit werden ich nochmal beschreiben....

Nun geht es weiter mit der Montage:

Zylinderkopf aufsetzen -  die Passhülsen nicht vergessen - vorsichtig zusammenfügen. Dabei das Band vorher durchziehen.

Zur Kontrolle nochmal den Spanner herunterdrücken - muss leicht federnd nachgeben - dann ist alles in bester Ordnung.

 

Polrad drehen und T auf Makierung setzen.

 

Nockenwellenrad einsetzen und solange drehen bis....

die beiden Löcher parallel zum Rand stehen.

Nun kann die Nockenwelle wieder so eingesetzt werden - wie man sie weggelegt hat. Vorher Lager einölen.

Das Polrad ein wenig drehen, dabei aufpassen, dass das Nockenwellenrad mitdreht und die Kette nicht überspringt.

10er Schraube eindrehen. Polrad zur anderen Seite drehen - zweite Schraube einfügen.

Schrauben mit Drehmomentschlüssel anziehen, laut Handbuch 1,0 - 1,4 kg - m

 

Nockenwelle einölen

Kontrolle gibt der Spanner federnd nach? - dann alles o.k.

 

Stößelblock aufsetzen und Zylinderkopfschrauben kreuzweise wieder festdrehen - auf jeden Fall mit einem Drehmomentschlüssel, Anzugsmoment nach Handbuch: 0,9 - 1,2 kg - m

Also: einen Drehmomentschlüssel muss man sich nicht anschaffen - das kann man auch selber 0,9 - 1,0 kg - m bedeutet: am Ende eines Hebels von 1 m darf man 0,9 - 1,2 kg ziehen.

Beispiel in meinem Fall: Mittelwert: 1,1 kg, der Ringschlüssel ist 18,2 cm, das ergibt 110 kg durch 18,2 cm = 6,0 kg. Mit der Handwaage so lange ziehen, bis 6 kg gezogen wird!

 

 

Spannstift einsetzen - Foto zeigt Stellung "lose"

 

Nockenwelle gespannt.

 

k

Fixierschraube eindrehen und Kontermutter festziehen.

Das wars schon!